ModEnCo - Entwicklung eines modellbasierten Energiecontrollings zur Schließung der Energieeffizienzlücke zwischen Planung und Betrieb komplexer Energiesysteme

Zielstellung des Projektes

Im Rahmen des Forschungsprojektes ModEnCo wurde eine Methodik entwickelt, mit deren Hilfe eine mögliche Differenz zwischen den prognostizierten und den realen Kosten eines Energiesystems aufgezeigt und ggf. beseitigt werden kann. Das System wurde dafür in einem Energiemodell abgebildet und auf dessen Basis kontinuierlich ausgewertet; die Ergebnisse wurden anschließend mit realen Messwerten verglichen. Dieser Ansatz sollte in einem Softwaredemonstrator umgesetzt werden, wobei die Modellbildung und -simulation von der GFaI-Anwendung „TOP-Energy“ geleistet wurde. Energieeffizienzlücken wurden anhand von Kennzahlen sichtbar gemacht und gaben Auskunft über die aktuelle energetische Qualität der Systemstruktur bzw. -nutzung. Beteiligte Akteure bekamen somit eine fundierte Grundlage für energierelevante Entscheidungen.

Projektergebnisse

Als organisationale Komponenten wurden zunächst Prozessmodelle und mögliche Szenarien für die beteiligten Akteure entwickelt, deren Verarbeitung in einem Leitfaden die praktische Einführung der Methodik in einem realen Objekt unterstützen soll.

Um bereits im Laufe der Projektarbeit Erkenntnisse über den Ablauf bzw. die möglichen Hürden einer solchen Einführung zu gewinnen, sind als repräsentative Gebäudekomplexe die St.-Franziskus-Passivhausgrundschule in Halle (Saale) sowie das Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ in Leipzig ausgewählt worden. Diese Pilotobjekte verfügen darüber hinaus über Energiesysteme, die vielfältige und dennoch gut erfassbare Energieflüsse aufweisen, was die Aussagekraft der darauf basierenden Modelle sicherstellt.
 
Teilsysteme der Passivhausschule wurden in einem TOP-Energy-Modell abgebildet, welches über eine automatisierte Datenschnittstelle täglich Messwerte der Schule importiert, auswertet und Simulationsergebnisse über ein Webbrowser-Interface ausgibt. Auf diese Weise konnte die Differenz zwischen den gemessenen und vom Modell errechneten Werten gezeigt werden, die nach Projektdefinition der Energieeffizienzlücke entspricht. Nach prinzipiell gleicher Vorgehensweise sollen künftig auch die Daten des Einkaufszentrums verarbeitet werden; da dieses allerdings umfassender abgebildet und ausgewertet werden soll, ist zuvor Modellierungsaufwand notwendig.

Parallel arbeitet der Projektpartner TU München an einer aussagekräftigen Ausgabefunktionalität anhand von Energie- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen. Diese sollen wiederum in einem Energiecockpit in Form von Ampeln bzw. Ampelbalken dargestellt werden. Eine Unterteilung der Ausgaben in Gesamt- und Untersystemanzeigen soll der Beteiligung vieler Akteure mit unterschiedlich ausgeprägtem Informationsbedarf Rechnung tragen.

Projektpartner

  • Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • Technische Universität München