"Stimmbilder"
Erste Klangbilder
von Gesang – Natalia Pschenitschnikova singt Bach und Scelsi
Notiz zu Aufnahmen am
17./18. Oktober 2003 in der Parochialkirche zu Berlin, Klosterstr.
Idee: Dr. Friedrich
Blutner
Teilnehmer
Dr. Friedrich Blutner
(Synotec Geyer)
Knut Becker (Berlin)
Uwe Teubert (GFaI Berlin)
Nico Matschiner (GFaI Berlin)
Aufnahmen und
Berechnungen: Dr. Gerd Heinz
Drehbuch
und Regie: Angelika Lizius, Bayrischer Rundfunk
Aufnahmen
1, 2, 3 und 7
Stimmübungen
4: Bach "Ach
bleibe doch mein liebstes Leben"
5: Scelsi "Canti del Capri Corner no.5" (freie Improvisation)
6: Scelsi "Canti del Capri Corner no.5" (nach Noten)
Hinweis: Mit Ton
lassen sich mit dem Windows-Mediaplayer nur AVI's abspielen, die mit 25 i/s (Bildern pro Sekunde) gerechnet
sind.
Die meisten AVI's wurden mit dynamischem Kontrast gerechntet
- Vorsicht: auch in Pausen entsteht dabei ein akustisches Bild. Aufnahmen mit
fester Farbtabelle (fixed) zeigen hingegen die
Dynamik korrekt an, diese sind aber aufgrund des grossen
dB-Kontrasts etwas matschig.
Die
Geschichte
Zusammen
mit Dr. Blutner und Knut Becker hatten wir 2001 schiefe Emissionen bei der
Geige entdeckt und wollten diese bei einer Gesangsstimme prüfen. Bei Bach
erschienen sie dann (natalja4.chl). Haben lange gegrübelt, wie die schiefen
Emissionen zu begründen sind. Zufällig fand ich richtige Parameter für einen
Film.
Ergebnisse
Die ungeübte Stimme scheint keine Effekte zu erzielen, siehe
uwetest.avi
Geübte Stimmen
hingegen erzeugen eine Fülle von Beugungsbildern, siehe z.B. AVI's von nataja4.chl, -5 und -6.
Die Aufnahmen geben
eine erste Ahnung davon, warum jeder Mensch eine real singende Person von einem
Mitschnitt unterscheiden kann: die Wellenfelder und "Klangbilder"
verändern sich beim Mitschnitt fundamental, da einzelne Lautsprecher keine
gebeugten Wellenfelder übertragen können.
Zur Veranschaulichung
wurden Wellenfelder mit 1000/5000 ips gerechnet. Die
Wellenrekonstruktionen laufen tatsächlich seitlich vom Mund weg. Die
Zeitinversion in der Rekonstruktion läßt sie
allerdings scheinbar in den Mund hineinlaufen.
Auf dem AVI-Film Movienatalja4_1500ips_up_down.avi 1500 Bilder pro Sekunde (ips)) gehen Wellenpakete zuerst nach oben (sie kommen von oben - Rekonstruktion, Zeitinversion), danach gehen sie nach unten (sie kommen von unten).
Integriert man über den Bereich 0 bis 69 mit nach oben gehenden Wellen, entsteht das Bild Photonatalja4_0bis69_up.jpg. Integriert man über die Frames 69 bis 159 mit den Wellen nach unten, entsteht Bild Photonatalja4_69bis159_down.jpg.
Man kann erkennen, dass die Hauptintensität der Wellenpakete den wesentlichen, energetischen Beitrag im Integral bilden. Laufen die Wellen nach unten weg, formt sich ein Bild mit Betonung dieses unteren Bereiches etc. Damit wird anschaulich, wie die Wellennatur von Ortskurven zu verstehen ist. Die "Beams" führen Wellenpakete der betreffenden Frequenz.
Im spektrum_von_bis.jpg liegt unser Bereich zwischen zwei roten Linien in der Mitte. Von links bis zur Mittellinie up, Mittellinie bis rechts down. Der gesamte Arbeitsbereich ist in spektrum_detail.jpg gezoomt. Leider ist dem Spektrum keine Aussage abzuringen.
Eine 6000ips-Rechnung Movienatalja4_up_down_6000ips.avi verrät, dass knapp sechs Bilder pro Halbwelle vergehen, die zugehörige Frequenz der Grundwelle liegt damit bei 900/2 Hz (60 cm). Die Welle ist annähernd sinusförmig, siehe Bilder timefct_up.jpg timefct_down.jpg.
Im Bild natalja4_1500ips_up_down_timefct_ch0und16.jpg sind ein unterer Kanal (0, rosa) und ein oberer Kanal des Arrays (16, gelb) dargestellt. Leider sagt die abzulesende Phasenbeziehung zwischen beiden nichts aus über die Ausbreitungsrichtung der Wellenpakete.
Fazit
Gerd Heinz, Oktober 2003