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Lord Kelvin
Andrew Packard entdeckte 1995, daß eine interferentielle Erregungsausbreitung zwischen Chromatophoren (farbempfindliche Zellen) von Tintenfischen beobachtbar ist. Diese genügt einem einfachsten Interferenzmodell. Er beobachtete Wellen spontaner Erregung, siehe dort.
Aus dem Physikunterricht kennen wir alle eine eindimensionale, elementare Beschreibung einer Zeitfunktion z.B. in der Form f(x-vt) (siehe Vorwort). Stellen wir uns viele solcher Zeitfunktionen vor, die in Maschen eines 3-dimensionalen Netzwerks fließen. Dessen Knoten mögen irgendwelche Verknüpfungen zwischen ankommenden Zeitfunktionen vornehmen (Addition, Multiplikation...) und sie weitersenden. (Zurücksenden sei zunächst noch zu kompliziert.) Wir nehmen an, unser Netz sei zunächst in Ruhe. Wir erregen nun einen einzigen Knoten mit einem Puls. Wenn wir nun herauszoomen aus diesem Netzwerk, können wir eine Pulsausbreitung in Form einer Kugelwelle beobachten, die sich um unseren Knoten herum ausbreitet. Beobachtbar ist sie allerdings nur bei homogener Leitgeschwindigkeit, z.B. in der Akustik oder bei Andrews Squids. Im Falle inhomogener Leitgeschwindigkeiten und eines inhomogen gestalteten Netzwerks (Cortex) wird die Vorstellung schwieriger. Recht schnell wird der optische Eindruck von einer Kugelwelle dem eines Chaos weichen. Wie dem auch sei: Wir bemerken, daß die eindimensional bewegte Zeitfunktion im n-dimensionalen einer Welle gleicht - auch wenn wir dies bei Inhomogenität mit bloßem Auge nicht mehr erkennen können. Daher der Name: Wellen auf Leitbahnen.
(II) Netzwerke, die Informationsübertragungen wesentlich verzögern, bezeichnen wir als Interferenznetzwerke.
So könnten wir das Universum in Bezug auf elektrische Wellen als Interferenznetzwerk betrachten: Licht von Sternen erscheint um Jahre verzögert bei Empfängern. Allerdings wird es vom Empfänger nicht mehr weitergeleitet. Warum interessiert uns das überhaupt? Weil 1993 entdeckt wurde, daß solche Interferenznetzwerke generell abbildende Eigenschaften besitzen. Damit werden Andrews Tintenfisch- Experimente über das Hilfsmittel Interferenznetzwerk plötzlich in eine Reihe mit bekannten, spiegelverkehrten Abbildungen im Nervensystem gestellt (Homunculus; visueller Cortex etc.). Das eine bedingt das andere. Wo eine Abbildung zu finden ist, ist Wellenausbreitung die Ursache (gilt übrigens auch bei allen Optiken). Wo Wellenausbreitung zu finden ist, sind u.U. Abbildungen zu erwarten. Dreißig Meter hohe, so genannte Monsterwellen auf Ozeanen können wir u.U. auch als Abbildungen betrachten: Eine spezielle Konstellation von Reflektionen (an Ufergeometrien oder Unterwassererhebungen) und Beugungen (temperaturabhängige Leitgeschwindigkeit des Wassers) genügt, um zwischen Quellort (Beben) und Zielort (Schiff) Gleichzeitigkeit von Wellenausbreitungen auf verschiedenen Pfaden herzustellen. Zur Erkundung der Eigenschaften solcher "Interferenznetze" (IN) wurde in den Jahren 1993 bis 1996 ein Simulator geschaffen (PSI-Tools), dessen erste Bilder auf dieser Seite ursprünglich ausgestellt waren. Mit PSI-Tools gelangen erste Simulationen einfacher Interferenznetze wie auch weltweit erste akustische Bilder und Filme (im Frequenzbereich unter 20 kHz). Konsequente Ausrichtung der Software auf akustische Bildgebung (seit 2000 "NoiseImage") führte zur ersten, seit 2001 vermarkteten akustischen Kamera) dieser Erde, die mit dem Otto-von-Guericke-Preis 2001, dem Berlin-Brandenburgischen Innovationspreis 2003 und einer Nominierung für den deutschen Zukunftspreis (Preis des Bundespräsidenten) 2005 geehrt wurde. Didaktisch besitzen die hier gezeigten Simulationen einige Besonderheiten bzw. Abstraktionen:
Erste, scharfe Pulsabbildung (3 Kanäle; gh 11/1994)Bedenken wir, daß eine einzige unterbrochene, elektrische Leitbahn im Auto dazu führt, daß ein Betriebsmittel (Blinker, Scheinwerfer, Hupe, Radio...) nicht mehr funktioniert, und bedenken wir weiterhin, daß eine Nervenzelle nur rund sieben Jahre alt wird, wir hingegen durchschnittlich fünfundsiebzig, so wird ein Problem offenbar. Mit fünfundsiebzig würde keine einzige Nervenverbindung in unserem Körper mehr funktionieren. Weder würden wir die heisse Herdplatte spüren, noch könnten wir die Hand wegnehmen.Eine einfache 'Klingeldraht'- Verbindung zwischen Sensor/Aktor und Hirn können wir uns folglich nicht leisten. Jede Nervenzelle braucht viele Double(s). Vielleicht legen wir jede Leitung mehrfach? Oder repariert sich die defekte Leitung selbst? Im Prinzip wäre das möglich. Wäre da nicht das Lernen von notwendigen Kreuz- und Querverschaltungen: Muskeln sollen gespannt werden beim Aufstehen, andere sollen gespannt werden beim Hinsetzen, wieder andere sollen beim Aufstehen und beim Hinsetzen gespannt werden. Das biologische Netzwerk ist millionenfach kreuz- und querverschaltet. Wenn wir also auf den einzelnen Klingeldraht verzichten müssen - wie bekommen wir in einem chaotisch verschalteten, überall kurzgeschlossenen Netzwerk aus Neuronen auch nur eine einzige Information "Bitte mal beugen!" fünfundsiebzig Jahre lang an dieselbe Adresse (rechter Zeigefinger)? Ein Neuron besitzt keine IP-Adresse. Der Natur steht kein Protokoll zur Verfügung, mit dem eine Information gezielt zu einem Ziel gesendet werden kann. Auch ist dem Absender i.a. unklar, welches Ziel die Daten erreichen sollen, wenn neuronale Lernfähigkeit an verschiedensten Stellen des Netzwerks möglich sein soll. Worin besteht die Lösung? In einem kreuz- und quer verschalteten (überall kurzgeschlossenenen) Netzwerk können offenbar nur Signallaufzeiten das Ziel einer Information steuern. Dazu haben wir jede Information (Pulswelle) in alle Richtungen auszusenden. Dort, wo zufällig mehrere Pulse eines Absenders wieder gleichzeitig ankommen (umgangssprachlich: interferieren), entsteht ein höherer Effektivwert - das Ziel ist erreicht [NI 1993]. Dies können auch gleichzeitig mehrere Ziele sein. Im Unterschied zum WWW können Herkunfts- und Zieladresse von Information in Nervennetzen nur über die Geometrie des (inhomogenen) Laufzeitraumes definiert werden. Als 'Weichen' können alle verzögerungsändernden Einheiten betrachtet werden: Gliapotential, chem. Botenstoffe, synaptische Stärke (diese verändert die Zeitkonstanten), gehemmte oder erregte Nervenzellen als Umwegleitungen, Dehnung und Stauchung von Fasern (siehe Daumenexperiment). In Konsequenz entsteht daraus eine völlig unbekannte und neue Informatik: Im Gegensatz zum Internet-PC weiß die Nervenzelle nicht, an wen und wohin sie Ihre Daten sendet. Selbst wir können es nicht beobachten, da jede Information zunächst in alle Richtungen entschwindet - aber nur an wenigen Orten wieder positiv mit sich selbst interferiert. Haben Sie auch nur eine leise Vorstellung, was es bedeutet, eine solche Informatik zu verstehen? Erst wenn diese interferenzielle Informatik hinreichend validiert ist, sollten wir an Deutungen des Bewußtseins herangehen. Alles andere wäre Scharlatanerie. Nach Irritationen mit sog. Künstlichen Neuronalen Netzen (Artifical Neural Nets, ANN) bezeichnete ich solche (Pulswellen-) Netzwerke etwa ab 1997 als 'Interferenznetzwerke (IN)'. Als 1993 die Idee geboren wurde, siehe Jahresberichte oder Projekt-Directory, war zunächst noch unsicher, ob die Betrachtungsweisen stimmen. Die Simulation eines Wellenfeldes im Kopf übersteigt i.a. unser Vorstellungsvermögen. Es mußten einfache Nachweisexperimente entwickelt werden. So entstand die Idee, einen einfachsten Simulator zu schreiben, der einige, wesentliche Eigenschaften von Interferenznetzen simulieren kann (PSI-Tools ganz am Ende dieser Seite). Wir nahmen gedanklich eine Bitmap mit schwarzen Pixeln, taten so, als ob die Bitmap ein quadratischer Teich ohne Rand und die Pixel in den Teich geworfene Steine wären und senkten drei Sensoren (grün) hinein, die die Wellenbewegung der Teichoberfläche als Zeitfunktion aufnehmen. Daraus entstehen dann drei Zeitfunktionen, siehe zweites Bild. Die erste Frage war nun: Beinhalten diese Zeitfunktionen tatsächlich das Bild der Bitmap? Kann man das Generatorbild aus den aufgezeichneten Zeitfunktionen wieder herauslesen? Und unter welchen Einschränkungen ist dies möglich? Generatorfeld
Bild: Bitmap als Generatorfeld. Man stelle sich einen Gartenteich vor. An den
Stellen der schwarzen Pixel mögen nacheinander Steine in den Teich geworfen
werden. Wellen breiten sich kreisförmig um die Emissionsorte herum aus, und
erreichen schließlich die grün dargestellten Sensoren. An den drei grün
markierten Sensor-Orten mögen die Zeitfunktionen des Wellenfeldes aufgenommen
werden.
Ergebnis-Zeitfunktionen "Kanaldaten" (3 Kanäle)
Bild: Entstandene Zeitfunktionen der Bitmap für die drei Sensor-Orte (die
Zeitachse zeigt nach rechts). Man erkennt verschiedene Zeitfunktionen (blau,
grün und rot), die Spikes zu verschiedenen Zeitpunkten aufweisen. Die
Pulsabbildung soll in drei Kanälen (wir denken an Axonen) übertragen werden.
Rekonstruktives Interferenzintegral (I²)Folgend werden die Zeitfunktionen an definierten Orten (schwarz) in einen zweiten (Wellen-) Teich geleitet. (Im Falle der Interferenz-Rekonstruktion im Prinzip zeitlich rückwärts). Allerdings wurden dessen x-, y- Koordinaten der Einspeiseorte leicht verschieden zu denen des Sensorfeldes gewählt. Die Laufzeit auf den drei Leitbahnen wird hier als identisch angenommen (gleichlang, null). Nun interferieren die Pulse an den ursprünglichen Quellorten mit sich selbst (wir nennen dies Eigeninterferenz) aber auch mit Vorgängern und Nachfolgern (Fremdinterferenz, Cross-Interference, Aliasing). Die Selbstinterferenz erzeugt ein Interferenzintegral in Form des "GH". Fremdinterferenzen erzeugen die am Rand sichtbaren, zusätzlichen Emissionen. Der Computer gestattet uns die Wahl der Zeitrichtung für die Berechnung des Interferenzintegrals. Wollen wir in die Kanäle testweise sozusagen von hinten hineinschauen, wählen wir vom Ansatz her rückwärtslaufende Zeit oder negative Delays und erhalten eine sog. Interferenz-Rekonstruktion. Interessieren wir uns für eine in einem Nervennetz tatsächlich stattfindende Abbildung, wählen wir vorwärtslaufende Zeit und erhalten eine sog. Interferenzprojektion [Ansatz siehe NI 1993], in der Akustik auch als (Delay-and-Sum-) Beamforming bekannt. Rekonstruktion und Projektion sind bei sonst gleichen Parametern genau spiegelverkehrt zueinander, d.h. die Rekonstruktion erscheint seitenrichtig zum Original, die Projektion hingegen spiegelverkehrt (siehe auch weiter unten). Dabei kennt die Natur nur die (spiegelverkehrte) Projektion, die (seitenrichtige) Rekonstruktion braucht zwingend den Computer. Ergebnis der Rekonstruktion aus den oben dargestellten Kanaldaten (zeitlich invers -> AK)
Mit PSI-Tools berechnetes Interferenzintegral aus obigen Kanaldaten - historisch eine der ersten, gelungenen Interferenzrekonstruktionen (14.11.1994).
Ein örtlich vom Senderaum verschiedener Empfangsraum kann benutzt werden, um die Überlagerung von Impulsen (Interferenz) in Zielräumen abweichender Geometrie zu prüfen. Eine Integration über die Erregung jedes Ortes (Interferenzintegral) hält die zu verschiedenen Zeiten erfolgten Interferenzen im Bild fest. Die Simulation zeigt, unter welchen Bedingungen ein Empfänger aus mehrfach-parallel übertragenen Kanaldaten die Sendeorte (Sendeadressen) z.B. sensorischer Erregungen rekonstruieren kann. Im Bild wurde die rechte, untere Elektrode um 10% in das dem Generatorfeld gleichende Empfangsfeld hineingeschoben, bevor die Rekonstruktion gestartet wurde, das Interferenzbild erscheint nach links oben verzerrt. Wie man sieht, lehnen sich all diese Fragen an solche an, die beim GPS (Global Positioning System) oder bei Phased Arrays bei SONAR oder RADAR stehen oder an die Fragen, die von den Kollegen des SKA (Square Kilometer Array) oder der akustischen Kameras zu beantworten sind. Auch hierbei handelt es sich nur um vergleichbar einfache, technische Interferenzsysteme. Wandernde Interferenzintegrale: Zooming
Versucht man nun, ein irgendwie gewichtetes Netzwerk mit einem Gesicht im Abstand von einem Meter zur aufnehmenden Kamera zu trainieren, so wird dieses Netz unter günstigen Umständen das Gesicht im selben Abstand wiedererkennen. Die Wiedererkennung wird unmöglich sein, sobald wir den Abstand zum Gesicht ändern, es drehen, es nach hinten schieben oder ankippen. Wie können wir ein Nervennetz überzeugen, ein Gesicht wiederzuerkennen, das in zehn Metern oder in einem Meter Entfernung auftaucht? Wie behilft sich die Natur? Dazu erinnern wir uns, daß die geometrische Wellenlänge der Pulspause L = vT = v/f (v: Leitgeschwindigkeit, T: Pausendauer, f = 1/T ) von der Leitgeschwindigkeit abhängt. Variiert die Leitgeschwindigkeit, variieren die Interferenzorte. Was bedeutet das aber in einem abbildenden Netzwerk? Wie kann man sich diese Variation vorstellen? Dazu wollen wir einen ähnlichen Versuch wie oben machen. Als Generator dienen G-förmig angeordnete, pulsende Neuronen. Wieder mögen sich die Wellen um den Quellort herum kreisförmig ausbreiten und zu unterschiedlichen Zeiten die drei Kanäle erreichen. Über die Kanäle wird diesmal mit vorwärtslaufender Zeit in das Empfangsfeld hineinprojiziert . Im Zielfeld angekommen, breiten sich auch hier die Wellen wieder kreisförmig aus. Dort, wo sie sich treffen, färbt sich unser Bildschirm von gelb über rot nach blau. Wir variieren hier nur die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen im Empfangsfeld (Hintergrundgeschwindigkeit). Im Ergebnis erkennen wir, daß abhängig von der gewählten Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen im Empfangsraum unterschiedlich ausgedehnte Interferenzintegrale ("Bilder") entstehen. Beim Fotoobjektiv nennt man diesen Effekt Zooming, daher die Namensgebung.
Bild: Simulation einer interferenziellen Projektion zwischen zwei neuronalen Feldern, die über drei Axonen verbunden sind. Die Zeitfunktionen werden in einem Generatorraum mit einer normierten Geschwindigkeit v = 50 (z.B. mm/sec) generiert. In einem zweiten, empfangenden Raum wird die Projektion berechnet. Die Bildgröße variiert unter dem Einfluß der (normierten) Leitgeschwindigkeit (v = 100, 75, 50, 20, 10) im Empfangsraum. a) Simuliertes Generatorfeld, schwarze Pixel pulsen; b) resultierende Kanaldaten; c) bis e) Interferenzintegrale über die Kanaldaten, Parameter ist die Hintergrundgeschwindigkeit v. Wird eine zum Sender a) identische Geschwindigkeit benutzt, entsteht eine spiegelverkehrte Abbildung im gleichen Maßstab d). Wird die Hintergrundgeschwindigkeit dagegen verändert, 'zoomt' das Bild, vgl. c) und e). Interferenz entsteht dort im Empfangsraum, wo die Pulswellen aller drei Kanäle gleichzeitig eintreffen. Werden die Koordinaten z.B. in cm angenommen, ergibt sich die Geschwindigkeit in cm pro s (Pulsbreite 2ms, Abtastrate 5kHz). Quelle: G. Heinz, 2.9.1996 Nun werden Sie vielleicht fragen, wozu wir den ganzen Aufwand betrieben haben?
Dazu erinnern wir uns an die (Neuro-) Glia als Versorgungssubstrat der
Nervenzellen. Es ist bekannt (pers. Info PD Dr. Bartsch, Physiologie, Charité,
1992), daß die Glia die Leitgeschwindigkeit von hindurchlaufenden Nervenfasern
beeinflußt. Wahrnehmen können wir dies über elektrostatische Ableitungen: Mit
Veränderung der Leitgeschwindigkeit verändert sich gleichzeitig das meßbare
Potential der Glia. Wenn wir also mit dem EEG (ECoG) Potentiale am Cortex
messen, so können wir annehmen, daß unterschiedliche Potentialregionen
unterschiedliche Leitgeschwindigkeiten aufweisen - nicht mehr und nicht weniger
(siehe dazu auch die Seite der EEG-Experimente). Da ich bereits im Buch (NI
1993) darauf gestoßen war, daß eine Variation der Leitgeschwindigkeit im Sende-
oder Empfangsfeld den Maßstab der Abbildung zwischen beiden beeinflußt, lag es
nahe, ein Szenario für diese Simulation zu entwickeln.
EEGs haben folglich nichts mit nervlichen Daten zu tun. Wir sehen in Ihnen Fokussierspannungen für Abbildungen zwischen neuronalen Feldern, deren technische Verwertung zur Defokussierung (Entgleisen) des Gesamtsystems führen könnte. Diese Erkenntnis stoppte 1997 eigene Ideen für technische Applikationen von EEG. Holographie und Lashleys RattenexperimenteLashley war auf der Suche nach dem Ort von Gedächtnisinhalten. Er trainierte dazu Ratten, Nahrung in einem Labyrint zu finden. Dann entfernte er im Raster systematisch kleine Teile des Gehirns und beobachtete die Wirkung. Gleich welchen Teil des Cortex er entfernte, die Ratten erinnerten sich mehr oder minder gut an das Erlernte. Resigniert gestand er nach 30 Jahren, daß er nicht mehr sicher wäre, ob das Gehirn wirklich der Ort ihres Gedächtnisses sei: "The series of experiments ... has discovered nothing directly of the real nature of the engram". Und doch hatte Lashley etwas entscheidendes entdeckt: Offenbar sind alle Informationen im Cortex irgendwie holographisch codiert. Hinweise auf holographische Organisationsmöglichkeiten gaben seit den 50er Jahren David Bohm und Karl Pribram. Dessen Schüler Walter Freeman gab 1972 in seinem Werk: Waves, Pulses, and the Theory of Neural Masses (Progress in theor. Biology, Vol. 2, 1972, New York/London) sogar ein fiktives Bild eines Wellenfeldes an. Der Zufall wollte es, das 1996 bei Experimenten mit zoomenden Abbildungen eine solche holografische Kartierung sichtbar wurde, siehe Bild (g). Sie liegt im Wesen der Interferenznetze.
Betrachten wir nochmals die Zooming-Abbildungen. Während in Bildern (c) bis (e) nur ein spiegelverkehrtes 'G' zu erkennen ist, kommen in den Bildern (f) und (g) weitere Interferenzen in das Bildfeld hinein. Offenbar interferieren nun folgende Pulswellen miteinander und mit der jeweils originalen Pulswelle. Das Ergebnis ist faszinierend. Wir finden dieselben Interferenzintegrale des 'G' rundherum wieder! Bild (g) zeigt folglich eine Art von Hologramm als fundamentale Eigenheit interferenzieller Abbildungen. Plötzlich werden Lashleys Rattenexperimente interpretierbar: Interferenznetze können nur holographisch speichern, und Lashley erbrachte den entscheidenden Nachweis dafür! Sehen wir uns das Ergebnis der Simulation näher an, so erkennen wir, daß durch Pulsprojektionen nicht nur ein "G" auf ein "G" abgebildet wird. Vielmehr erscheinen rund um ein zentrales "G" viele weitere "G". Die ursprünglich einmalige Information "G" im Generatorfeld wird mehrfach in das Detektorfeld abgebildet - aber warum? Erinnern wir uns dazu der zwei möglichen Arten von Interferenzen:
FremdinterferenzradiusWodurch wird nun eigentlich der Abstand R zwischen den wiederkehrenden 'G' definiert? Dazu erinnern wir uns, daß sich im Interferenzintegral nur Orte mit hohem Effektivwert abheben. Das sind genau die Orte, an denen sich Wellen treffen. Trifft eine Pulswelle auf sich selbst, so sprechen wir von Selbstinterferenz (self interference). Trifft sie hingegen auf einen Vorgänger oder Nachfolger, so sprechen wir von Fremdinterferenz (cross interference).
Damit aber ein Ort einen höheren Effektivwert bekommen kann als jeder benachbarte, ist dafür Sorge zu tragen, daß sich genau am Ort möglichst viele Wellen aus unterschiedlichen Richtungen treffen. Nun hat aber jede Welle einen Vorgänger und einen Nachfolger. Wenn sich also viele Wellen an einem Ort treffen, dann befinden sich deren Vorgänger und Nachfolger ebenfalls an wohldefinierten Orten - kurz davor oder kurz dannach.
Bild: Trefforte von Wellen korrespondieren im Abbild (Interferenzintegral) mit Erregungsorten. Folglich kann der Fremdinterferenzradius aus dem Wellenfeld ermittelt werden. Er ergibt sich aus dem durchschnittlichen Abstand aufeinanderfolgender Wellen. Zwischen der durchschnittlichen Puls-Pause T der Zeitfunktionen bei (maximaler) Feuerrate f und dem Mittenabstand der Interferenzorte (Fremdinterferenzradius) R existiert nun ein wunderbar einfacher Zusammenhang. Sei die geometrische Länge der Pause L = vT (v: Leitgeschwindigkeit), so interferieren gegenläufige Wellen jeweils auf der halben geometrischen Pausenlänge R = L/2 wieder miteinander. Folglich besteht zwischen durchschnittlicher Puls-Pause T und Fremdinterferenzradius R der Zusammenhang (1) R = vT/2 (Fremdinterferenzradius, Quelle Heinz: NI'93) Mit einer Feuerrate f = 1/T gilt (2) R = v/2f oder, wenn wir aus einer Faserdichte die zu erwartende Leitgeschwindigkeit bestimmen wollen (3) v = 2f R. In einem Interferenznetzwerk hängen die Größen Leitgeschwindigkeit v, Fremdinterferenzradius R und Feuerrate f bzw. Pulspause T = 1/f offenbar untrennbar zusammen. Besitzt ein System einen z.B. durch Somatotopie vorgegebenen Fremdinterferenzradius, so gehört dazu eine wohldefinierte Leitgeschwindigkeit. Sollte es gelingen, die Leitgschwindigkeit zu messen, so läßt sich daraus die Größe des somatotopischen Areals abschätzen. Sollten wir zufällig bemerken, daß diese Berechnungen auch auf Meßwerte von Nervensystemen passen, so mag dies als Beleg dienen, das Nervensystem als Interferenznetz ansehen zu können. DiskussionMehr siehe [NI 1993] sowie spätere Publikationen im Publikationsverzeichnis .
BeispieleBildinhalt steht bei Interferenzintegralen immer in Relation zu Parametern der Zeitfunktionen, vermittelt über den Fremdinterferenzabstabstand oder -Radius (siehe oben): Um einen Kanal herum (Ganglion) kann genau nur in ein Gebiet aliasingfrei projiziert werden, dessen Radius nicht größer ist als der durchschnittliche Fremdinterferenzabstand (geometrische Länge der Pulspause).
Hätten Sie gedacht, daß elementare Eigenschaften des Nervensystems so einfach zu berechnen sein würden? Ich war bei jeder Beispielrechnung aufs Neue überrascht. Stellen wir die Frage, warum Primaten im Frequenzbereich zwischen 100 Hz und 10 kHz hören, so kommt plötzlich ein ganz neuier Aspekt ins Spiel: die Geometrie des Nervensystems muß passen! Dies suggeriert auch, daß Urtiere in anderen Frequenzbereichen gehört haben könnten... Wandernde Interferenzintegrale: MovementHaben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, warum wir einen vorbeirasenden Wagen nicht in Einzelbildern wie im Film sehen? Was ist anders an unserem Nervensystem im Verhältnis zur technischen Welt um uns herum? Warum ist unser Denken nicht auf die zwei Dimensionen des Filmbilds beschränkt? Warum und wie nehmen wir die uns umgebende, n-dimensionale Welt war?Da wir bereits erkannt haben, daß der Zielort einer Information in
Interferenznetzen nicht durch Verdrahtung, sondern durch Verzögerungen
entsteht, wollen wir uns den Einfluß eines Delays auf das Interferenzintegral
ansehen. Wir wählen einen ähnlichen Versuchsaufbau wie beim Zooming. Als
Generator dienen G-förmig angeordnete, pulsende Pixel. Über die Kanäle wird
wieder mit vorwärtslaufender Zeit in Empfangsfelder hineinprojiziert.
Wir berechnen Bilder für Verzögerungen (Delays) eines einzelnen Kanals von dt
= +4 bis -12ms.
Bild: Interferenzielle Projektion zwischen zwei neuronalen Feldern, die über drei Axonen verbunden sind. Veränderung einer Dreikanalprojektion bei variierendem Delay eines Kanals. Zur Simulation wird in die Leitbahn eines Kanals eine variable Verzögerungszeit dt geschaltet. Wir sehen, daß sich das Bild im Empfangsraum bei Variation der Verzögerungszeit eines Kanals zu verschieben beginnt. Der Bildmittelpunkt verschiebt sich zur Seite des höheren Delay. Die Bedeutung dieser Simulation läßt sich kaum erahnen. Es genügt die Veränderung von Leitgeschwindigkeiten, damit Bilder im Cortex anfangen zu wandern oder sich zu bewegen. Die Änderungen können wir übrigens indirekt mit dem EEG messen: Potentialänderungen (EEG) in der Glia bewirken Leitgeschwindigkeitsänderungen in Dendriten und Axonen. So messen wir im EEG wahrscheinlich nur Steuerpotentiale für Zooming und Movement. Wir messen also im EEG nicht Informationsinhalte, sondern Steuerparameter, die den Weg von Informationen festlegen! Wir analysieren im EEG also nicht Daten, sondern Adressen - aus Computersicht. Wenn wir rekapitulieren, daß Zielgebiete einer Information in Interferenznetzen nicht über Leitbahnen sondern über Delays vorgegeben werden, und wir uns Penfields Homunculus erinnern, bei dem viele Zielgebiete nebeneinander zu rangieren sind, beginnen wir die gewaltige Leistung zu erahnen, die über Zooming und Movement zu erbringen ist. Nur wenn dank Zooming und Movement jede Partialkarte exakt in ihr Zielgebiet projiziert wird, arbeitet das Gesamtsystem ohne Verwirrung! Wenn wir uns daran erinnern, daß im Daumenexperiment bereits 1992 gefunden wurde, daß sich Wellenfronten nach der Ausrichtung des Daumens orientieren, so ahnen wir außerdem, wöfür eigentlich der sensorische und motorische Homunculus benötigt wird, und warum beide in einem genau definierten Streifen des Cortex liegen. Prinzipiell könnten wir davon ausgehen, daß der Homunculus überflüssig wäre. Wozu aber wird diese merkwürdige Schnittstelle der motorischen und sensorischen Körperprojektionen benötigt? Nehmen wir an, die Verdrehung/Biegung der Wirbelsäule läßt - wie beim Daumen - die aufsteigenden Projektionsfelder seitlich ausweichen. Dann kämen alle Informationen von unten im Cortex an falschen Orten an! Umgekehrt kämen alle absteigenden Informationen ebenfalls falsch an. Statt des kleinen Zehs würde sich der Oberschenkel bewegen. Um dies zu verhindern, bedarf es spezieller Schnittstellen, die mit Steuerinformationen aus dem Wellenfeld dessen Feldrichtung korrigieren. Im Cortex dient dazu offenbar der Homunculus . An diesen wird sowohl aus dem Cortex, als auch aus dem Rückenmark eine sozusagen mit Zooming und Movement normierte Abbildung zur Weiterverarbeitung gereicht. Der Informationsaustritt aus dem Rückenmark übrigens wird über eine genial einfache, hyperbolische Projektion gerichtet. Obiges Bild zeigt weiter, daß einfache, digitale Schwellwertschaltungen nur durch Veränderung eines einzigen Leitbahn-Delays in der Lage wären, Bilder (2D/3D) im Raum wandern zu lassen. Für Nervennetze ergibt diese Schaltung eine prinzipielle Möglichkeit, einen Gegenstand ein Stück weit parametrisch zu verfolgen oder dessen Formänderung adaptiv anzupassen. (Im Computer werden Bildbewegungen - wie auf der Leinwand - durch völlig andere Verfahren gelöst, die nicht auf die Natur übertragbar sind.)
Interferenzielle Permutation als Lösung des Bindungsproblems(Kolumnen, Abstraktion, Anatomie)Im Gegensatz dazu bildet die Projektion eine Art von Codierung, wenn viele Kanäle dicht im Quellgebiet angeordnet werden. So konvergieren auf der Retina (Auge) rund 130 Millionen Rezeptoren auf eine Million Ganglienzellen, d.h. ein 'Kanal' (Ganglion) versorgt 130 Rezeptoren. Ein entsprechendes, grob vereinfachtes Interferenzmodell zeigt wesentliche, interferenzielle Eigenschaften solcher Strukturen. Siehe dazu folgende 16-Kanal Projektion eines GH (unten) auf ein gegenüberliegendes Gebiet (oben). Während unser Originalbild (GH unten) aus etwa 40 feuernden Neuronen bestehen möge, sehen wir oben nur drei stark aktivierte Bereiche (Peaks). Diese repräsentieren das untere Bild. Würden wir zusätzliche, inhomogene Fasern einbeziehen, ließe sich ein einzelner Interferenzort finden, der das gesamte GH repräsentiert. Mit anderen Worten: hier findet eine Abstraktion und Informationsreduktion statt. Das komplexe GH unten konvergiert im Feuer von zwei bis drei Neuronen oben. Die Karten unten und oben interferieren miteinander, die eine ist das Gegenstück der anderen, mehr siehe NI 1993 unter Permutation.
Bild: Informationreduktion zwischen zwei korrespondierenden I² (links) und zum Prinzip der Permutationen (rechts) [NI 1993]: Wenn alle Laufzeiten zwischen Quelle und Senke zwischen Teilräumen P12, P23, P34 und P1234 identisch sind, ist eine Informationsreduktion möglich. Hier werden drei Interferenzorte P12, P23, P34 durch einen 'höheren' P1234 gebunden. Wir erkennen eine neue Problematik: Während die Verschaltung von links nach rechts funktioniert, geht es von rechts nach links nicht ganz so gut (Bestimmtheitsproblem). Wir benötigen entweder eine Synchronisation (hierbei kaum denkbar), oder wir müssen separat gleichbestimmt einkoppeln (k = d+1). Die vielfältige Bedeutung dieses Bildes für die Neurowissenschaften läßt sich nur erahnen. InterpretationWählen wir eine lokale Nachbarschaft aller Neuronen des Empfangsfeldes, so
könnten wir Parameter so wählen, daß je eine Nachbarschaft um ein hier
aufsteigendes Axon herum gespiegelt nach oben gebracht wird. Die obere Karte
sähe dann aus, wie durch eine mit Blasen strukturierte Glasscheibe betrachtet:
in jeder Blase spiegelt sich das untere Detail, insgesamt aber wird die Karte
ungespiegelt wiedergegeben. Eine Kolumnen-Organisation wird sichtbar.
Eine andere Lesart entsteht bei globaler Kopplung, wie im Bild dargestellt. Hier entstehen völlig andere Bildqualitäten, die auf Mechanismen der Abstraktion hindeuten. Einerseits verdeutlicht das Bild die zwangsläufige Ausbildung von 'Kolumnen' um Ganglien herum, andererseits lassen sich mit dem 1:130-Verhältnis alle Parameter bestimmen, die zur Berechnung des Interferenzsystems Retina - Ganglion - visueller Cortex beitragen. Da wir wissen, daß ein einzelnes Neuron nicht unterscheiden kann, ob es Informationen der Augen, der Ohren, der Nase, des Sprechorgans oder der Bewegungsorgane verarbeitet - es sind immer nur Pulse, die es 'sieht' - so können wir adäquate Modelle für Sprechen/Hören oder Bewegung beobachten/ausführen aufstellen. In allen Fällen bildet ein komplexeres Interferenzintegral auf ein abstrakteres durch interferenzielle Permutation (mehr siehe Manuskript Neuronale Interferenzen, gh 1993) ab. Dabei ist es gleichgültig, ob der Ursprung der Karten aus Fremdinterferenzen (Hörkarten, spektrale Karten, Verhaltenskarten) oder aus Selbstinterferenzen (Bildern) stammt. Wesentlich für die Berechnung sind nur die Raum-Zeit-Parameter zwischen Quellfeld, Kanälen und Senkenfeld.
Überlagerte Interferenzkarten: KonjugationWie ist es möglich, daß Millionen Sensoren unserer Beine ohne Verschaltungsfehler spiegelverkehrt auf den sensorischen Teil des Homunculus projizieren, ohne daß der eine oder andere Schaltungsfehler uns vorgaukelt, der linke große Zeh wäre rechts und umgekehrt? Steht der Natur ein Code zur Verfügung, Bilder der Gedanken ineinander zu verweben oder Ideen miteinander zu kombinieren?Um dies zu prüfen, addieren wir einfach die Zeitfunktionen von je drei Kanälen zweier Generatorfelder. Kanal 1 wird mit Kanal 1 verbunden (Zeitfunktionen werden angehangen), Kanal 2 mit 2 und Kanal 3 mit 3 des jeweils anderen Feldes. (Prinzipiell können Zeitfunktionen (technisch) aneinander "angehangen" (to
append) werden. Von Nervenzellen aber können sie nur addiert werden. Der
Unterschied zwischen beiden Methoden besteht in einem geringer werdenenden,
sich etwa halbierenden Pulsabstand bei Addition gegenüber dem technischen
Append, mit den bekannten Konsequenzen eines Heranrückens der
Fremdinterferenzen. Für das Experiment wurden die Kanäle 'appended'.)
Bild: Projektion zweier Generatorräume auf einen Detektorraum. Schwarz markierte Orte pulsen. Im Detektorraum überlagern sich die Bilder auf höchst bemerkenswerte Weise. Aus der Analyse der Erregungskartierung des Detektors kann nicht geschlossen werden, aus welchem der Quellfelder eine Erregung kam (G. Heinz, 13.8.1996).
Noch mehr über Interferenzintegrale (I²)Was passiert eigentlich, wenn wir Quellorte der Kanäle in einem Feld beliebig herumschieben? Da Sie sich, wohl genau wie ich, solche Interferenzintegrale nicht vorstellen können, müssen wir sie simulieren. Wir benutzen dazu wieder den Kanaldatensatz der konjugierten Abbildung.
Bild: Topologische Projektionen in verschiedene Detektorräume. Variation der
Kanalanordnung bewirkt partielle Zooming- und Moving-Effekte, partiale
Bildbegrenzung, Bildverzerrung oder multiple Erscheinung. Der topologische
Zusammenhalt der Projektionen läßt sich nicht auflösen. g und h sind nicht
wirklich trennbar.
Die entstehenden Interferenzintegrale sehen aus, als ob sie von einem Gumminetz zusammengehalten werden. Es ist zu erkennen, daß Nachbarschaften nicht zerreissen. Die lokale Nachbarschaft bleibt stets erhalten, sie kann nicht getrennt werden. Beim Movement lernten wir, daß im Unterschied zur Hausklingelanlage in Interferenznetzen nicht der Draht die Richtung des Informationsflußes anzeigt. Es sind Verzögerungszeiten und es ist die Gleichzeitigkeit des Eintreffens mehrerer Impulse, die den Zielort definieren. In Interferenznetzen entstehen nur an interferentiell definierten Orten Erregungen. Folglich gibt die Laufzeit-, die Quell- und Senken-, sowie die (zeitliche) Kanalgeometrie der Übertragungsleitungen die Abbildung einer Generatorkarte auf eine Detektorkarte wieder. In die Übertragungsleitungen können beliebig viele Abzweigungen eingeschaltet sein. Die Adresse der Daten richtet sich bei interferenzieller Übertragung nur nach dem Interferenzort, nie nach der Geometrie oder Ausfächerung der Leitbahnen (Nervenverästelungen). Man beachte das entstehende Problem an einem Faserbündel, welches Abbildungen transportiert. Parametrische Schwankungen der Leitgeschwindigkeit können im Bündel ein Movement der I² bewirken, welches dazu führt, daß die gewünschte Abbildung außerhalb der Faser-Achse entstehen kann. Verläßt die Abbildung den neuronalen Raum oder das Interferenzfeld aber körperlich, so kommt sie nicht zustande! Es steht zu befürchten, daß diese Problematik bei vielen Nervenerkrankungen als Ursache zu finden sein wird. Lange bevor ein Nerv stirbt, verändern sich dessen Parameter: Und damit unsere Bilder (I²) verrutschen, genügt eine winzige Änderung der Leitgeschwindigkeit! Wenn Bilder aber verrutschen, rutschen sie aus dem Netzwerk ins Nichts oder im Netzwerk in eine benachbarte (Partial-) Karte: den ersten Fall können wir in Analogie bezeichnen als Vergessen, den zweiten als Verwirrung . So gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für Alzheimer und Parkinson? Sind beide Krankheiten etwa von initial gleicher Ursache? Sind große Gebiete von Nervenbahnen betroffen, so ist zu erwarten, daß Abbildungen durch Veränderung der Laufzeitstruktur zunächst unschärfer werden. Was heißt übrigens aus dem Netzwerk ins Nichts? Denken wir bitte daran, daß jeder n-kanalige Interferenzort durch eine (mindestens) n-stellige Maske mit n Delays definiert ist. Bricht aufgrund eines synapotischen Ausfalls ein Kanal weg, so ist die Information nicht mehr abrufbar (vergessen). Deshalb müssen praktisch immer viel mehr Kanäle beteiligt sein, Ausfallsicherheit wird im Interferenznetz durch Überbestimmtheit erkauft! Was bedeutet dies zum Beispiel für einen Boxer, dessen Interferenznetz permanent geschädigt wird? Er muß stark überbestimmte Abbildungen antrainieren! (Wie er das macht, wissen wir noch nicht). Wenn wir aber daran denken, daß große Überbestimmtheit wiederum Flexibilität bei Zooming und Movement kostet, so scheint der Boxer in einer schwierigen Situation: entweder das Netzwerk wird durch kassierte Schläge unflexibel (überbestimmt), er wird zum "Nehmer-Typ", oder er teilt Schläge aus und bleibt geistig flexibel (intelligent). Denken wir an die Biographien großer deutscher Boxer der Gegenwart, so ahnen wir, daß da "was dran sein könnte". Auch wird eine weitere Problematik deutlich, vor der ein Faserbündel steht. Um effizient Bilder (I²) übertragen zu können (man denke an Retina - Sehbahn - visueller Cortex) muß eine Million Fasern exakt abgeglichene Laufzeiten bzw. Leitgeschwindigkeiten aufweisen. Falls nicht, wandert eine Karte in eine benachbarte Karte hinein und es gibt Verwirrung, siehe oben. Für Neurobiologen eine interessante Aufgabe, zu untersuchen, welche Mechanismen für diesen Abgleich eigentlich sorgen. Ein Beispiel, was passiert, wenn sich Leitgeschwindigkeiten ändern, bietet die multiple Sklerose. Hier sterben vielleicht auch Synapsen oder Nervenfasern ab. Aber es verändert sich infolge einer langsamen Myelin-Auflösung (Isolation der Fasern) meßbar die Leitgeschwindigkeit, sie sinkt ab, myelinisierte Fasern werden langsamer. Erfolgt dieser Prozess nicht gleichmäßig in einem Faserbündel, wandern oder zoomen Interferenzorte hinaus, oder die Abbildungen verlöschen. Ganz abgesehen davon, daß der Fremdinterferenzradius dann bei gleichbleibender Feuerrate kleiner wird - das System kann dann Orte nicht mehr eindeutig identifizieren oder steuern. Abhilfe würden Medikamente bieten, die die Feuerrate verringern. Das sind übrigens aus Sicht der Interferenznetze Schmerzmittel - siehe auch die uralte Schmerzsimulation . Aha, werden Sie jetzt vielleicht sagen: Offenbar werden auch Muskeln über Interferenzen und nicht über Klingeldrähte gesteuert! Ist auch nicht verwunderlich, schließlich leben Nervenzellen nur sieben Jahre. Und nur Interferenznetze sind ausfallgesichert. Sie kennen sicher die Konsequenzen, wenn ein Klingeldraht im Hause ausfällt... Es ist auch möglich, den Interferenzort durch Hinzunahme weiterer Leitbahnen einzuengen - wir kommen dann zu den Fragestellungen der überbestimmten Pulsprojektionen, die nur durch gefaltete n-Dimensionalität gebrochen werden können (mehr siehe NI 1993). Spatio-Temporal Maps (Töne, Abläufe, Codes: Verhalten)
Vielleicht erinnern wir uns des Huygenschen Doppelspaltversuchs. Dieser liefert
Interferenzlinien, deren Abstand die entsprechende Frequenz codiert.
Im Maximum (Selbstinterferenz) interferieren Wellen i mit sich selbst
(dargestellt als i*i). Sie interferieren aber auch mit dem Vorgänger und dem
Nachfolger (Fremdinterferenz), dargestellt als i*(i-1) oder i*(i+1) etc.. Bei
Phased Array Antennen oder Mikrofonen heißen die Fremdinterferenzorte
'Nebenkeulen'. Zwischen beiden besteht ein Wesensunterschied: während
Abbildungen die Selbstinterferenz betonen, benötigen z.B. Frequenzkarten im
Nervensystem ausschließlich die Fremdinterferenzen.
(Hinweis: Hier dargestellte Simulationsergebnisse sind auschließlich unter Verwendung von Zeitfunktionen entstanden -> Non-materialistic field theory) Prinzip:
Bild: Interferenzkarten eines Einzelimpulses, der verzweigt von mehreren Quellorten in ein Detektorfeld geleitet wird. Bei geeigneter Dimensionierung tritt er mit seinen Vorgängern und Nachfolgern in Interferenz, es entsteht ein Interferenzmuster mit Maximum und Nebenkeulen. Das Maximum charakterisiert die Selbstinterferenz (Interferenz von Welle i mit i, die Nebenmaxima charakterisieren Fremdinterferenzen). Für den Fall, daß die geometrische Größe des Interferenzfeldes größer ist, als die Wellenlänge (Geschwindigkeit mal Pulsfrequenz), werden Fremdinterferenzen zwischen Impulsen von ursprünglich verschiedenem Zeitbezug sichtbar. Es wird deutlich, daß dies die Art sein könnte, in der die Biologie Frequenzen, frequenzcodierte Sensoramplituden oder serielle Codes vermittels deren Ortszuordnungen speichern oder auswerten kann. Für den zweikanaligen Fall erhalten wir das bekannte, Huygensche Doppelspaltmuster, hier allerdings an das Vorhandensein von Leitbahnen gebunden. Der Ausgang eines virtuellen, an die Quellknoten angeschlossenen AND-Gatters würde nur in Orten hoher Interferenzwerte pulsen, an Orten niederer Interferenz bliebe er still.
Theorie: Wie der vierbeinige Tisch oder Stuhl auf einer zweidimesionalen
Ebene kippelt, so werden Interferenzorte durch eine definierte Zahl von Wellen
aus unterschiedlichen Kanälen im Verhältnis zur räumlichen Dimension
vorgegeben.
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